Entwöhnung / Rehabilitation

Das Ziel einer Entwöhnungsbehandlung / Rehabilitation ist das Erreichen einer dauerhaften und zufriedenen Abstinenz von Suchtmitteln. Neben der suchtspezifischen Gruppen- und Einzeltherapie werden auch psychische Begleiterkrankungen wie z. B. Depressionen und Angststörungen behandelt.

Die Behandlung hat viele Bausteine und erfolgt durch ein Team, das sich aus Psychologen, Suchtmedizinern, Sport-, Ergo- und Kunsttherapeuten, Ernährungsberatern und Sozialarbeitern zusammensetzt. Die Behandlung kann stationär, tagesklinisch oder ambulant erfolgen. Die Kosten übernimmt meistens die Rentenversicherung, manchmal auch die Krankenkasse, Vorraussetzung ist ein Antrag der über eine Suchtberatungsstelle oder während des stationären Entzugs gestellt werden kann.

Die Angebote der stationären Rehabilitation/Entwöhnung richten sich an Frauen und Männer, die sich mit ihren Suchtproblemen (Alkohol-, Drogen-, Glücksspiel-, Mediensucht) und den körperlichen, psychischen und sozialen Folgen auseinandersetzen sich dafür für eine Zeitlang aus dem bisherigen Leben zurückziehen wollen/müssen. Je nach Hauptsuchtdiagnose dauert eine stationäre Entwöhnung zwischen 8 und 26 Wochen. In der Regel ist für eine stationäre Rehabilitation Abstinenz erforderlich, d.h. ein Entzug vom Suchtmittel sollte erfolgt sein. Vorrausetzung ist eine Kostenzusage des zuständigen Leistungsträgers (Deutsche Rentenversicherung, Krankenversicherung oder auch Sozialamt).
Ziel der stationären Rehabilitation ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, der sozialen Teilhabe und die Erweiterung des Handlungsrahmens (Aktivitäten). Grundlage der konzeptionellen Überlegungen der medizinischen Rehabilitation sind die ICF Kriterien (International Classification of Functioning).

Ziele und Inhalte der Behandlung sind

auf der medizinische Ebene:

  • Aufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
  • Behandlung von Folgeerkrankungen
  • Unterstützung und Behandlung bei psychiatrischen Problemen und Komorbidität
  • Stabilisierung der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit
  • Krisentintervention

bezogen auf die Suchtmittelabhängigkeit:

  • Vertiefung der Krankheitseinsicht und Auseinandersetzung mit der Funktion der Suchtmittel
  • Aufbau und Erhaltung der Abstinenzmotivation
  • Erlernen des Umgangs mit Rückfällen und Rückfallgefährdung


auf der Ebene der Teilhabe:

  • Training der Arbeitsbasisqualifikationen
  • Hilfen bei der schulischen oder beruflichen Neuorientierung
  • Vorbereitung der beruflichen (Re)Integration, Bewerbungstrainings, Eignung, Erprobung
  • Förderung der Freizeitkompetenz
  • Klärung der Wohnsituation
  • Regelung finanzieller und behördlicher Angelegenheiten
  • Aufbau drogenfrei gestalteter Sozialkontakte


auf der psychischen und sozialen Ebene:

  • Förderung der Selbständigkeit und Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Bearbeitung lebensgeschichtlich belastender Ereignisse
  • Auseinandersetzung mit der Kontaktfähigkeit und Beziehungsgestaltung
  • Förderung im Umgang mit Konflikten und Stresssituationen
  • Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenz
  • Förderung der Eigenverantwortung


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die auf der Seite dargestellten Einrichtungen.

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